Allergien und anaphylaktische Schocks sind lebensbedrohliche Notfälle, die schnelles und richtiges Handeln erfordern. In der Schweiz sind laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 20% der Bevölkerung von einer oder mehreren Allergien betroffen. Besonders schwerwiegend sind Anaphylaxien, eine schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktion, die beispielsweise durch Nahrungsmittel, Insektenstiche oder Medikamente ausgelöst werden können. Eine anaphylaktische Reaktion kann bereits wenige Minuten nach Kontakt mit dem Auslöser auftreten und erfordert sofortige medizinische Hilfe, da sie ohne Behandlung schnell zu einem Kreislaufschock, Organversagen oder sogar zum Tod führen kann. Besonders gefährdet sind Menschen mit bekannten Allergien, die nicht ausreichend auf den Ernstfall vorbereitet sind, sowie Kinder, deren Immunsystem besonders empfindlich reagiert.
Jährlich werden in Schweizer Notaufnahmen mehrere tausend Fälle von Anaphylaxie registriert, und die Zahlen steigen aufgrund zunehmender Umwelt- und Lebensstilfaktoren weiter an. Schnelles Handeln und das Wissen um lebensrettende Sofortmassnahmen sind entscheidend, um die Gesundheit der Betroffenen zu sichern. Erste-Hilfe-Massnahmen, wie die Anwendung eines Adrenalin-Autoinjektors oder die richtige Lagerung des Patienten, können den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Aufklärung und Schulung im Umgang mit allergischen Notfällen sind daher nicht nur für medizinisches Fachpersonal, sondern auch für Lehrpersonen, Eltern und Betroffene selbst von zentraler Bedeutung.
Allergien können in verschiedenen Formen auftreten und reichen von leichten Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Reaktionen wie Anaphylaxie. Allergische Reaktionen sind in der Schweiz weit verbreitet und betreffen Menschen jeden Alters. Ein grundlegendes Verständnis der unterschiedlichen Allergiearten ist entscheidend, um Symptome rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Ruhe bewahren und schnell handeln: Bleiben Sie ruhig und handeln Sie zügig, um den Betroffenen zu beruhigen und erste Hilfe zu leisten.
Symptome erkennen: Leichte allergische Reaktionen: Hautausschlag, Juckreiz, Niesen, tränende Augen. Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie): Atemnot, Schwellungen (z. B. der Lippen, Zunge, Rachen), schneller Herzschlag, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit.
Betroffenen fragen: Hat die Person bekannte Allergien? Trägt sie einen Adrenalin-Autoinjektor bei sich?
Adrenalin-Autoinjektor anwenden (falls verfügbar): Bei Anzeichen einer Anaphylaxie sofort den Adrenalin-Pen in den Oberschenkelmuskel injizieren. Den Pen 10 Sekunden lang an Ort und Stelle halten.
Notruf absetzen (144 in der Schweiz): Geben Sie klar an, dass es sich um eine allergische Reaktion oder Anaphylaxie handelt. Beschreiben Sie die Symptome und Massnahmen, die bereits durchgeführt wurden.
Atemwege überprüfen: Sicherstellen, dass die Atemwege frei sind. Bei Atemstillstand sofort mit Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.
Position des Betroffenen: Legen Sie die Person flach auf den Boden, mit leicht erhöhten Beinen (Schocklagerung). Bei Atemnot kann eine aufrechte Sitzposition erleichternd sein. Bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage bringen.
Weiteres Vorgehen: Bei Bedarf eine zweite Dosis Adrenalin nach 5–15 Minuten verabreichen (falls kein Rettungsdienst eingetroffen ist und die Symptome anhalten). Den Betroffenen warm halten und beruhigen.
Dokumentation für Rettungskräfte: Informieren Sie die Rettungskräfte über den Zeitpunkt der Adrenalin-Injektion und die bisherigen Symptome.
Nachsorge: Nach dem Vorfall sollte der Betroffene von einem Arzt auf mögliche Folgereaktionen untersucht werden. Falls keine Diagnose besteht, sollte eine Allergieabklärung erfolgen.
Allergiker sollten immer folgende Dinge dabei haben, um im Notfall schnell und effektiv handeln zu können:
Durch das Mitführen dieser Utensilien können Allergiker ihre Sicherheit erhöhen und im Notfall schnell reagieren.
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